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„Mach doch mal langsam!“


Vielleicht hast du diesen Satz auch schon gehört. Persönlich tue ich mich ein bisschen schwer damit, obwohl ich nicht verleugnen kann, dass er zum Teil berechtigterweise ausgesprochen wird.






Aber manchmal ist „langsam“ einfach nicht drin.

Dann helfen Sätze wie „Du musst Prioritäten setzen“ oder „Arbeite nicht so viel“ nur bedingt - oder gar nicht. Es gibt eben immer wieder einmal Phasen, in denen richtig viel los ist und man bestimmte Aufgaben eben nicht unbearbeitet liegen lassen kann.


Andererseits gibt es so etwas wie Selbst- und Zeitmanagement. Man muss nicht ständig unter Zeitdruck stehen und getrieben durchs Leben gehen: Planung hilft - allerdings auch nur bedingt.


Ein Beispiel, das mir dabei hilft, Phasen von hoher Arbeitsintensität als etwas normales anzusehen, finde ich im Leben Jesu und seiner Jünger. Der Kontext, in dem die Geschichte sich abspielt, sieht so aus: Die Jünger kommen begeistert von einer Art „Ministry-Trip“ zurück, auf den Jesus sie jeweils zu zweit geschickt hatte. Voller Begeisterung erzählen sie Jesus von den Wundern, die sie erlebt. Er hört sich alles an und sagt dann: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.“ (Markus 6,31). Offenbar war nicht nur auf ihrer Missionsreise viel los gewesen: es ging gerade so weiter.


Der Vorschlag Jesu wird gerne zitiert und häufig als Beleg dafür herangezogen, wenn es um Ruhe und Entspannung geht. Und ja: die brauchen wir alle. Aber wer den biblischen Bericht weiter liest, der stellt fest, dass die Jünger damals gar nicht wirklich zur Ruhe kamen. Zwar brachen sie mit Jesus in einem Boot an einen einsamen Ort auf, aber viele Menschen hatten davon Wind bekommen und als die Jünger mit dem Boot anlegten, wartete zu ihrem Erstaunen keine Zeit der Erholung auf sie, sondern ziemlich viel Stress. Zwar war es Jesus, der die Menschen dann über eine lange Zeit verschiedenes lehrte, aber ich vermute, dass die Jünger in der Zeit nicht mit einem Grashalm im Mund vor sich hin dösten. Spätestens als Jesus die Jünger Feierabend machen und die mehrere tausend Menschen zählende Versammlung nachhause schicken wollten, brach möglicherweise dem ein oder anderen von ihnen der Schweiß aus, denn Jesus sagte zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“


Mich lehrt diese Geschichte, dass es manchmal Zeiten gibt, in denen man nicht langsam machen kann. Bei den Jüngern damals sank der Stresslevel auch am Abend des besagten Tages nicht, es folgte die Begegnung mit Jesus auf dem Wasser inmitten eines Sturms und beim Anlegen am anderen Ufer warteten bereits wieder bedürftige Menschen auf Heilung.


„Mach doch mal langsam“ war für die Jünger in solchen Augenblicken keine Option.


Vielleicht bist du gerade in so einer Lebensphase. Vielleicht ist die vor dir liegende Woche eigentlich zu voll mit Aufgaben und Terminen. Wichtig ist, dass du weißt: Jesus ist da - selbst dann, wenn die Überforderung an deiner eigenen Fehlplanung liegen sollte. Dann aber solltest du dich in diesem Bereich selbst zu leiten lernen, um unnötigen Stress zu vermeiden. Aber: sei auch nicht überrascht, wenn trotz aller Planung manchmal kaum Ruhepausen möglich sind - gerade dann, wenn es um Menschen geht, die Jesus brauchen - durch dich.


Alles Liebe. Rainer


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