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In den Schuhen des Fischers


Vor vielen Jahren habe ich ein Buch gelesen, mit dessen Titel ich den heutigen Blogeintrag überschreiben möchte.








Im dem betreffenden Buch ging es meiner Erinnerung nach um einen Bischof, der unerwartet zum Papst gewählt wurde und plötzlich „in den Schuhen des Fischers“ Simon Bar Jona gehen lernen musste.


Ich möchte dich zu Beginn der neuen Woche dazu inspirieren, in den kommenden Tagen in verschiedene Schuhe zu steigen.

Du weisst, was ich meine:


Wie muss es wohl sein, in der Lebenssituation deines Kollegen, deiner Mutter, deines Pastors, deine Chefs, deiner Sekretärin, deines Sohnes zu sein? Welche Gedanken würdest du dir machen, wenn du plötzlich in seinen oder ihren Schuhen stehen würdest? Welche Sehnsüchte, Hoffnungen, Ängste oder Sorgen würdest du dir machen und wie würdest du darauf reagieren?

Wärst du froh um einen Freund, der zu dir steht oder einen Ratgeber, der dich nicht nur mit Binsenweisheiten oder frommen Sprüchen abspeist?

Würdest du dich über Besuch freuen oder über gemeinsames Schweigen mit einem anderen Menschen? Wäre eine Einladung zum Essen oder zum Bier eine willkommene Ablenkung oder das Angebot einen ausgedehnten Spaziergangs?


„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“ lesen wir in 1.Mose 2,18. Das gilt meinem Verstehen nach nicht nur in Bezug auf ein Gegenüber, mit dem man in der Vertrautheit der Ehe wie mit keinem anderen Menschen das Leben teilt, sondern ganz generell: Es ist nicht gut, wenn wir auf unseren Wegen alleine sind. Weggefährten, die sich dafür entscheiden, ein Stück des Weges mit uns zu gehen, egal ob er gerade durch ein dunkles Tal oder über sonnige Höhen unseres Lebens führt.

Menschen, die bereit sind mit uns zu leiden und zu lachen.


Ich würde mich freuen, wenn dir in dieser Woche gelingen würde, in die Schuhe eines anderen zu steigen. Entweder, indem du andere Menschen nicht ausschließlich auf der Grundlage ihres Verhaltens dir gegenüber bewertest, sondern gedanklich kurz in deren Schuhe schlüpfst. Vielleicht erkennst du dann, warum der andere so gestresst, so unpünktlich, so abwesend oder so unfreundlich ist und entdeckst sogar Zuneigung, Mitleid oder Barmherzigkeit dieser Person gegenüber. Oder indem du einem Menschen von dem du bereits weisst, dass dessen Schuhe unglaublich schwer, eng oder groß sind, ein Stück auf seinem Weg begleitest. Vielleicht bist du ja derjenige, der ihm helfen kann alte Schuhe abzulegen und in neue hineinzuwachsen. Das wäre großartig.


Ich wünsche dir eine wunderbare Woche. Rainer

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