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Frostschutz



Jedes Jahr kommt irgendwann der Moment, an dem meine Frau und ich uns fragen: „Was machen wir im kommenden Winter mit unseren Kübelpflanzen?“







Wir haben schon die unterschiedlichsten Strategien angewandt, aber noch immer nicht diejenige gefunden, mit der wir vollends zufrieden wären. Am besten wäre wohl ein beheizbares Gewächshaus, um bei Minusgraden den Pflanzen eine angenehme Umgebungstemperatur zu verschaffen und Frostschäden zu vermeiden.


Die kalte Jahreszeit ist nicht aufzuhalten. Am vergangenen Samstagabend fuhren wir auf dem Heimweg von einem Besuch bei guten Freunden zum ersten Mal seit langem wieder mit dem Auto durch dichten Bodennebel. Schon tagsüber war ich mit der Realität des kommenden Winters konfrontiert: Ich konnte meine Augen nicht mehr länger davor verschließen, dass ich dringend das Laub zusammenrechen sollte, das einige Bäume schon jetzt begonnen haben abzuwerfen.

Die Teichrosen sind verblüht, die Grillabende werden weniger, die Tomatensaison ist vorbei, die Weinblätter werden gelb und auch Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren gibt es nur noch vereinzelt. Einzig die Rosen und der Oleander bringen mit ihren Blüten noch ein paar Farbtupfer in den sich langsam in Richtung Winterruhe bewegenden Garten. Spätestens wenn die ersten Nachtfröste angesagt werden, müssen Aloe Vera und andere sonnenhungrige Pflanzen in ein warmes Zuhause verbracht werden.

Die bevorstehende Aufgabe lässt mich denken:

„Sorge ich eigentlich auch für die Winterzeiten in meinem persönlichen Leben vor?“

Schließlich weiß ja, dass es Kälte gibt, die mein Herz erstarren lassen und vernebelte Zeiten, die meine Gedanken trüben können.


Zum Thema Kälte gibt es ein Wort von Jesus, das mir besonders nahe geht. Es fordert mich heraus, etwas gegen eine ganz bestimmte Kälte zu tun, die in mein Herzen einziehen kann. Es macht mich darauf aufmerksam, dass ich mit Entwicklungen in meinem Leben rechnen muss, die meine Liebe zu Gott kalt werden lassen können.


Wenn dies geschieht, dann bleibt am Ende anstelle einer lebendigen und herzwärmenden Gottesbeziehung Religion übrig. Kalte Religion aber ist letztlich nicht mehr als ein System von Glaubenssätzen und das Einhalten von Regeln. Ohne die Liebe kann das sehr schnell sehr schrecklich werden.


In Matthäus 24,12 können wir lesen, wie Jesus zu seinen Jüngern im Bezug auf die Entwicklungen in der Welt sagt:

„…weil Gottes Gebote immer stärker missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei den meisten von euch erkalten.“

Diese Aussage lässt mich frösteln. Nicht nur, dass sie deutlich den Zusammenhang zwischen der Zunahme übler Einflüsse und Haltungen einerseits und andererseits der schwindenden Bereitschaft der Menschen dazu aufzeigt, nach Gottes Weisungen für ein gelingendes Miteinander zu leben.

Für mich als Christ ist seine Aussage deshalb schockierend, weil Jesus an dieser Stelle zu denjenigen spricht, die an ihn glauben. Das bedeutet: Mir kann es ebenfalls geschehen, dass mein Herz kalt wird, wenn ich nichts gegen die aufziehende Kälte tue.


Deshalb ist es mir so wichtig, dass ich im Heute darauf achte, ihm nah zu sein. Deshalb kultiviere ich meine Liebe zu ihm dadurch, dass ich sein Wort lese, ihm in der Stille meine Aufmerksamkeit schenke, in der Anbetung seine Schönheit rühme und im Gebet zu ihm spreche.


Ich wünsche dir und mir, dass wir diese Woche etwas gegen die Kälte tun. Lass uns Herzen haben, die so warm sind, dass sich auch diejenigen daran wärmen können, die die Liebe Jesu noch gar nicht kennen.

Alles Liebe. Rainer

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