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Weltflucht oder Weltveränderung?



Folgendes Zitat habe ich gerade vor kurzem in einem Buch gelesen.

Die darin enthaltene Frage finde ich inspirierend und herausfordernd zugleich:


"Wenn die Umgebung als unrein und sündig empfunden wird, stellt sich die Frage, ob hieraus eher Weltflucht folgt oder der Drang zur Weltveränderung.
Ruhen in Gott By Volker Leppin (© C.H.Beck 2021)

Als Christen stehen wir sozusagen mit jeweils einem Bein in zwei, sich stark voneinander unterscheidenden Realitäten.

Die Bibel beschreibt diesen Lebenszustand im siebzehnten Kapitel des Johannesevangeliums mit treffenden Worten, die man folgendermaßen zusammenfassen kann:


Wir leben in einem System, welches die Bibel „Welt“ nennt.


Damit ist ein Schöpfungszustand gemeint, der sich von den Werten Gottes und von ihm selbst getrennt hat. Letztlich dreht sich in der „Welt“ alles um den Menschen selbst.


Die Frage ist, wie wir den Spagat einer Lebensführung hinbekommen, die uns sozusagen mit einem Bein im Himmel und mit dem anderen auf der Erde stehen lässt, ohne dass wir umfallen.  Dieser Balanceakt kann durchaus anstrengend werden, und tatsächlich führen manche Christen ein „verkrampftes“ Leben.


Die Verkrampfung löst sich allerdings, wenn wir verstehen, dass die entspannendste Lebensführung  darin besteht, unser Leben in dieser Welt heimatverbunden und zielgerichtet zugleich zu führen.


Beheimatet sind wir bei Gott und bei ihm wird auch unser ewiges Zuhause sein. Solange wir aber noch in der Welt leben, sind wir - wie Jesus es sagte - mit einem konkreten Auftrag in sie hineingesandt.


Weltflucht mag einige Annehmlichkeiten mit sich bringen, aber sie geht völlig an diesem Auftrag vorbei. Christen sind nämlich dazu berufen, diese Welt so lange zu verändern, wie sie besteht.

Eine der größten Veränderungen, die wir unterstützen können besteht darin, anderen Menschen unsere Heimat zu zeigen, in der wir bereits leben, ohne bereits ganz dort zu sein.


Wir sind berufen, Menschen ein Heimatland zu zeigen das so schön ist, dass sie selbst gerne aufbrechen und sich dort für immer niederzulassen möchten. Diesen Auftrag können wir jedoch nur ausführen, wenn wir uns - fest in unserer Heimat verwurzelt - dorthin begeben, wo die Menschen sind: in die Welt hinein.


Immer wieder faszinieren mich die Worte, die in der Apostelgeschichte über die ersten Jünger Jesu gesagt wurden. Dort heißt es: „Diejenigen, die die ganze Welt auf den Kopf gestellt haben, sind nun auch hierher gekommen.“ (17,6).


DAS klingt überhaupt nicht nach Weltflucht. So eine Kirche wünsche ich mir: Christen, die diese Welt positiv auf den Kopf stellen. Zeit dafür ist es.


Ich wünsche dir und mir, dass wir in dieser Woche ein Leben führen, das von unserem Zuhause bei Gott her gespeist wird und das anderen Menschen den Weg zu dem Daheim zeigt, das Gott auch für sie geschaffen hat.


Alles Liebe. Rainer

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