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Was sage ich - und wie?


Ich bin ein Mensch, der es mag, Komplimente zu machen, Zuneigung auszudrücken und mal einen witzigen Satz in eine Runde zu werfen.







Mein Herz liegt mir auf der Zunge und oft sage ich spontan, was mir in den Sinn kommt. Immer wieder mal trägt das in meinem Arbeitsumfeld dazu bei, dass wir miteinander lachen können und die Atmosphäre unbeschwerter ist, als sie es vielleicht gerade sein könnte.

Aber manchmal bewirkt das „Herz auf der Zunge“ auch, dass ich Menschen irritiere.

Gerade eben war eine der prägenden Mitarbeiterinnen des Gebetshauses bei mir und fragte mich, ob sie kurz mit mir sprechen könne. Wir setzen uns also in die Sitzecke meines Büros und dann erzählte sie mir, dass ich vor kurzem in dem Büro war, wo sie ihren Arbeitsplatz hat, um dort irgendetwas zu erledigen. Beim Anblick der beiden Mitarbeiter, die sich um die Buchhaltung kümmern und sich ebenfalls dort aufhielten, habe ich offenbar folgendes gesagt: „Ich bin so froh, dass ich damit nichts zu tun habe“. Wie ich mich kenne, habe ich dabei meine Augenbrauen hochgezogen.

Was ich meinte, war in etwa: „Ich bin so froh,

dass ich mich nicht um die Buchhaltung kümmern muss,

denn es wäre für mich grausig, mich mit all den Zahlen,

Tabellen und Programmen auseinandersetzen zu müssen.

Wie gut, dass es Mitarbeiter gibt, die Zahlen mögen und sich

in diesem Bereich einsetzen und dies dazu noch so geflissentlich tun.

Aufgrund solcher Menschen muss ich mir keine Sorgen machen,

dass die Buchhaltung des Gebetshauses seriös geführt wird“.

Was sie hörte war eher: „Ich bin so froh, dass ich mich

nicht mit der Buchhaltung beschäftigen muss.

Dieser Arbeitsbereich ist mir völlig egal, und wenn

es dort Probleme gibt, ist das nicht mein Bier“.

Im Anschluss trug sie diese Irritation und den Gedanken, ob ich denn ihre Arbeit eigentlich schätze und die Bedeutung der Buchhaltung überhaupt sehe, für eine Zeit in sich.

Wie gut (!), dass sie nun zu mir gekommen und nachgefragt hat, wie ich meine Aussage denn wirklich gemeint habe. Im kurzen Gespräch konnten wir uns einander erklären und verstehen. Es war kein Krisengespräch, sondern ein entlastendes Aufeinander-Hören. Krisenhaft wäre es aber vielleicht geworden, wenn wir nicht darüber gesprochen hätten.

Es ist bekannt, dass das gesprochene Wort vom jeweils Hörenden mit Inhalten, Bedeutungen und Empfindungen gefüllt wird. Diese können sich sogar deutlich von denen unterscheiden, die der Sprechende ihnen eigentlich „mitgeben“ wollte.

Unser Gespräch zeigt mir, wie wichtig es ist, trotz all meiner Spontanität sorgsam mit meinen Worten umzugehen. Und es zeigt mir, wie wichtig die Ausgewogenheit zwischen kurzen, impulsiven Aussagen und einem persönlichen Gespräch ist. Das eine kann auflockern, erheitern und das „Buddy-Feeling“ erhöhen, aber ohne das andere bliebe beim Hörenden der Eindruck der Oberflächlichkeit und die Gefahr von Missverständnissen - wie in meinem Fall - ist groß.

Aufgrund meiner oben beschriebenen Erfahrung möchte ich zu Beginn dieser neuen Woche fragen: Was für ein „Sprecher“ bist du?


Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Sprechen natürlich bleibt und deine Worte zugleich inhaltsvoll sind.

Alles Liebe. Rainer

PS: Wir brauchen übrigens professionelle Verstärkung im Bereich unserer Buchhaltung. Lust auf einen Minijob?

#rainersmondayimpulse


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