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Wachstum ohne Ende?


Letzte Woche kam ich von einer Reise nach Pakistan zurück. Was ich dort gesehen und erlebt habe, wird mich wahrscheinlich noch eine ganze Weile beschäftigen.


Wie in vielen Menschen, die ein Land wie Pakistan bereist haben, wurden auch in mir Fragen über unsere westliche Kultur geweckt oder verstärkt. Schon länger beschäftigt mich die Frage, wie unsere Lebensführung als Christen in unserer Zeit und Gesellschaft aussehen kann und inwieweit wir uns vielleicht bereits von biblischen Vorgaben und Empfehlungen haben abbringen lassen.


Wir nennen uns zurecht Kinder Gottes, aber mir scheint, dass wir manchmal übersehen, wie sehr wir auch Kinder unserer Zeit sind. Wenn wir ehrlich sind streben auch wir - wie der Großteil der Bundesbürger - nach unaufhörlichem Wachstum. Dafür setzen wir viel ein. Was heute genug ist, scheint uns morgen nicht mehr ausreichend zu sein. Es lohnt sich, das eigene Leben einmal diesbezüglich anzuschauen.


Die Beschäftigung mit den Worten der Bibel zeichnet ebenfalls ein Bild des Wachstums, aber mir fällt auf, dass es dabei nicht um materielle Dinge, um Status oder um einen möglichst hohen Beliebtheitsgrad geht, sondern um Dinge, die wir fast vergessen haben.

Dort heißt es zum Beispiel an verschiedenen Stellen, dass wir in der Liebe zueinander wachsen sollen, ja, dass wir darin sogar „reich“ werden sollen. Wie sehr strecken wir uns beispielsweise noch nach dieser Art von Wachstum aus?


Petrus schreibt, dass das Wachstum von Dingen wie der Tugend (ein Wort, das fast verschwunden ist), der Erkenntnis Gottes, der Enthaltsamkeit, der Geduld und (wieder) der Bruderliebe unser Leben fruchtbar und uns nicht träge werden lassen.


Wachstum bedingt immer, dass wir etwas säen. Ohne Investition gibt es kein Wachstum. Nur: Wir sind nicht endlos investitionsfähig. Wir sollten gut mit unseren Ressourcen haushalten und dort investieren, wo etwas heranwachsen kann, das unverderblich und keiner Inflation unterworfen ist.

Ich glaube, dass es insbesondere zwei Felder gibt, die enorm ertragreich sind.

Das erste ist unsere Beziehung zu Jesus. Wer in sie investiert, wird wahrhaftig reich. Das zweite Feld verheißt ebenfalls einen wunderbaren Ertrag: Es ist das Leben anderer Menschen.


In Pakistan habe ich an fast 100 Kindern, die aus unfassbaren Situationen gerettet wurden und nun ein Zuhause, Zugang zu Bildung und nicht zuletzt einen König und Retter haben, gesehen, wie groß der Ertrag von Investitionen der Liebe sein kann.


Ich möchte dich zu Beginn dieser Woche einladen darüber nachzudenken, ob deine eigenen Investitionen einen guten Ertrag im biblischen Sinne bringen, oder ob sie letztlich nur dir selbst dienen.


Ich habe übrigens nichts gegen Besitz. Aber ich weiß: Besitz ist ein wunderbarer Diener, aber ein schrecklicher Herr.


Du und ich sind berufen, Jesus immer ähnlicher zu werden und ihn dadurch für andere Menschen immer fassbarer zu machen. Das ist ein Wachstum, das die schönsten aller Früchte hervorbringt.


Alles Liebe. Rainer

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