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In meiner Straße


In meiner Straße wohnt Jesus.

Weil er in mir wohnt. Nicht durch einen Verdienst meinerseits, sondern allein aus Gnade.


Dasselbe gilt für dich: Jesus wohnt in deiner Straße. Weil er in dir wohnt. Nicht durch einen Verdienst deinerseits, sondern allein aus Gnade.

Führe ich diesen Gedanken weiter, stelle ich mir eine Frage:

Wie erleben meine Nachbarn Jesus (in mir) eigentlich?


Meine direkten Nachbarn wissen, dass ich ein Gebetshaus leite und ständig irgendetwas mit der Kirche zu tun habe. Sie sehen mich, wenn ich morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre und später wieder unsere, an einem Berg liegende Straße, hinauf strample.

Aber was sehen sie genau? Einen Jesus, der extrem beschäftigt zu sein scheint, der von einem Termin zum nächsten hetzt und an den Wochenenden ebenfalls oft unterwegs ist?

Sehen sie einen Jesus, der keine Zeit zu haben scheint für die ganz normalen Dinge des Lebens: für einen Plausch am Gartenzaun oder ein Bier in der Hofeinfahrt? Einen, den man lieber nicht um Hilfe bittet, wenn es darum geht, die neue Waschmaschine in den dritten Stock zu tragen, weil er ja so viele bedeutsame Aufgaben hat?

Ist das der Jesus der Bibel oder nicht schon eher einer der religiösen Fachleute, die mit den ganz normalen Menschen nicht mehr viel zu tun haben (wollen)?


Ich will nicht so sein. Mein Jesus konnte plötzlich zu einem Menschen sagen: „Heute muss ich zu dir kommen und dich besuchen“.


Meine Nachbarn nehmen mich wahr. Vielleicht beobachten mich einige davon sogar. Ich möchte, dass sie Jesus sehen, einen Mann, der sich Zeit nehmen kann für die Menschen um ihn herum. Einen, der nicht gehetzt, sondern entspannt ist. Also halte ich an, wenn ich auf dem Nachhauseweg einen Nachbarn am Zaun stehen sehe. Ich schaue mir sein neustes Gartenprojekt an, rede mit ihr über den bevorstehenden Urlaub, lasse mir seine Harley zeigen und helfe dabei, ein paar schwere Sachen zu tragen.

Ob sie dabei wirklich Jesus in mir sehen, weiß ich nicht. Vielleicht sehen sie nur einen netten Nachbarn. Aber das ist mir lieber, als wenn der Weg zu ihren Herzen und die Möglichkeit, ihnen Freund zu sein durch den Blick auf einen gehetzten Pharisäer versperrt wird.

Jesus wohnt auch in deiner Straße. Wie erleben deine Nachbarn ihn?

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