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Der Soundtrack des Lebens


Musik hat in meinem Leben immer schon eine große Rolle gespielt. Soweit ich zurück denken kann, immer war Musik da.








Als kleines Kind beobachtete ich, wie mein Vater sich in unser damaliges Wohnzimmer zurückzog, um in hinter der geschlossenen Türe seine Lieblingstenöre zu hören. Aus meiner Sicht zelebrierte er diese Erfahrungen fast schon. Er sammelte großartige Aufnahmen, die teilweise noch auf Schellackplatten verewigt waren und die ich heute noch besitze.


Im Alter von zehn Jahren entdeckte ich die Platten der Beatles, deren frühe Songs meinen eigenen Musikgeschmack prägten. Ich kaufte meine ersten Singles und dann kam es geradezu zu einer explosiven Erweiterung meiner Hörerfahrungen. Als Teenager entdeckte ich die „Englische Hitparade“ , die wöchentlich auf Radio Luxenmbourg ausgestrahlt wurde. Punk Rock, Gothic Rock und New Wave wurden für Jahre die baseline meines Lebens, auf der alles andere aufgebaut wurde. Meine Kleidung, mein Lebensstil, meine Gedanken waren geprägt und erfüllt vom Sound der späten Siebziger und frühen Achtziger Jahre. Ich war selbst Teil einer Band und  experimentierte mit frühen elektronischen Instrumenten. Musik zu kreieren, Töne selbst zum Leben zu erwecken, Melodien zu formen, dem eigenen Inneren einen klanglichen Ausdruck zu geben, ist bis heute ein wichtiger Teil meines Lebens.


Als ich Christ wurde, entdeckte ich, dass es mehr gibt, als Musik nur als Ausdruck meines Inneren, also als eine Art Ventil zu nutzen und mehr, als für andere Menschen zu spielen. Plötzlich war da ein ganz anderer Adressat, dem ich meine Lieder entgegensingen konnte. Musik wurde zum Kommunikationsmittel mit Gott. Wieder weitete sich der musikalische Horizont und die vielfältige Welt der Anbetung öffnete sich mir. Von der frühen christlichen Popmusik und dem neu entstandenden Genre des „Worship“ bis hin zur Gregorianik, von Petra bis zu den Mönchen von Valaam bewegte ich mich fortan in einem endlos scheinenden Raum voller Musik, die sich um die größte Liebe aller Zeiten drehte und diese auch direkt ansprach.


Musik spricht mich mehr an als die meisten anderen Wahrnehmungen, die ich als Mensch erfahren kann. Sie bewegt mich. Sie weckt und verstärkt Emotionen. Sie transportiert Freude, Trost, Wut und Trauer. Viele der prägendsten Erfahrungen meines Lebens sind mit Musik verbunden.


Ich glaube, Musik ist eine der Sprachen Gottes. Die Bibel ist voller Musik. Vom ersten Buch Mose bis zum letzten Buch des Neuen Testaments wird von Musik und Gesang berichtet. Für mich die schönste Stelle, die in der Heiligen Schrift über Musik zu finden ist, ist eine eher etwas verborgene und nicht so bekannte. Sie zeigt mir die Begründung dafür auf, warum Musik uns Menschen so berührt. In dem betreffenden Vers wird von der Schöpfung der Erde berichtet und davon erzählt, dass der Schöpfungsakt von Musik begleitet wurde - was für eine wunderschöne Vorstellung.


„Wo warst du, als ich die Erde gründete? …als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten?“ aus Hiob 38,4-7 (siehe auch Psalm 148,1-4)

Was für eine Vorstellung: Die Schöpfung singt. Das Universum ist nicht kalt und leer, sondern erfüllt mit Gottes Musik! Sollte ich die Entdeckung der Wissenschaft noch miterleben, dass alle Materie und der Raum dazwischen von Musik erfüllt ist, werde ich lächeln. Es wird für mich keine Überraschung sein. Ich wusste es...



Das Leben ist voller Musik.

Gott ist der genialste Komponist und der größte Virtuose.

Ich wünsche dir, dass deine neue Woche voller Musik ist und du den Soundtrack genießen kannst.


Alles Liebe. Rainer



PS: Mich würde noch interessieren, welche Musik dich im Augenblick bewegt: Was und wen hörst du und warum?

PPS: Ich höre gerade viele Stücke von Tony Anderson (www.tonyandersonmusic.com). Sie begleiten mein kontemplatives Gebet. Anderson hat ein unfassbar feines Gespür für wunderschöne Klänge und Melodien.

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